Autor: micha

  • Balkanroute Tag #7 Tirana

    Balkanroute Tag #7 Tirana

    Ich nutzte den frühen Morgen um meine Joggingrunde zu einem wie eine Moschee aussehenden Gebäude unterhalb der Berater Altstadt auszuweiten. Das opulente Gebäude ist aber nichts weiter als ein großes Luxushotel. Ich machte also kehrt und rannte wieder zu Villa zurück.

    Jetzt wo wir es also erfolgreich nach Albanien geschafft hatten, wollte ich natürlich die Hauptstadt Tirana nicht auslassen. Ich fand ein B&B in der Stadt und wir machten uns nach dem Frühstück dorthin auf den Weg.

    Ich fragte unsere Gastgeberin Inesa noch nach einem Bauern, bei dem wir Olivenöl kaufen könnten. Der Tip mit einem Farmermarkt in der Nähe war aber nicht weiterführend. Wir fanden ihn schlicht nicht und machten uns gen Tirana auf den Weg.

    Vorbei an riesigen Olivenbaum Plantagen entdeckte ich eher zufällig ein kleines Schild mit aufgemalter Olive. Dort fuhren wir rein und waren genau richtig. Wir waren in der Fabrikë Vaji Tafani gelandet. Die nette Verkäuferin füllte uns gleich vom riesigen Edelstahltank eine Kostprobe ab und wir kauften gleich 2 Liter feinstem albanischen Olivenöl.

    Öl vom Fass

    Nach nur knapp 2 Stunden Fahrzeit erreichten wir Tirana. Erwartungsgemäß gab es am Gästehaus keine Parkplätze, also fragte Hannes in einem kleinen Parkhaus in einer Seitenstraße und man ließ uns hinein. BERTHA hatte für heute Pause und wir gingen erstmal die nähere Umgebung inspizieren. Ein kleines Café nicht weit von unserer Unterkunft versorgte uns mit Latte und kostenlosem WLAN. Um 14:00 konnten wir einchecken und machten uns kurz danach auf den Weg die Stadt zu erkunden. Vorbei an jeder Menge Fakeshops mit nachgemachten Klamotten oder Schuhen gelangten wir erst in die Auferstehung Christi Kathedrale und dann die berühmte Et‘hem Bay Moschee. Quer über den Skanderberg Platz ging es noch zur Villa von Honxa dem langjährigen Diktator und nach gut 2,5 Stunden Fußmarsch zurück in die Unterkunft.

    Honxa Villa

    Zum Essen haben wir uns das Restaurant Metropol rausgesucht. Eine perfekte Wahl, halb italienische und halb albanische Küche gab es und einen wirklich sehr netten Chef, der uns seine Geschichte und viel zu Albanien zu erzählen hatte.

    Restaurant Metropol

    Gut angeheitert ging es dann nochmal auf die Straße mit den vielen Shops mit gefaktem Zeug und nach einer weiteren Folge Game-of-Thrones ins Bett.

  • Balkanroute Tag #8 Albanien-Montenegro-Bosnien

    Balkanroute Tag #8 Albanien-Montenegro-Bosnien

    Der Morgen in Albaniens Hauptstadt began diesmal mit einem vom Guesthouse für uns bereiteten Frühstück. Da lohnte es diesmal wirklich Preis-Leistung zu beschauen, bei gerade mal 25€ die Nacht und jetzt auch noch Breakfast included kann man nichts falsch machen. Am Frühstückstisch nahm ein älterer Herr mit Platz, der eine Memminger Zeitung ablegte. Hannes hatte das nicht mitbekommen und fing gut an über Morgentoilette und andere Dinge zu erzählen, wusste er ja nicht das der Fremde jedes Wort verstand. Der Knoten löste sich bald und nach einer kurzen Entschuldigung began ein sehr interessantes Gespräch. Er ist seit vielen Jahren Lehrer an einer Sonderschule im Bodenseekreis und fährt schon seit über 15 Jahren nach Albanien und immer noch begeistert, wie es mit diesem Land voran geht.

    Mein (vorerst) letzter Whopper in Montenegro 🇲🇪

    Die letzten Albanischen Lek zusammengekratzt fürs Parkhaus machten wir uns mit gerade mal 350km auf die wohl kürzeste Etappe, nicht wissend wie anspruchsvoll sie denn eigentlich wird. Schon die Ausfahrt aus Tirana war recht abenteuerlich weil eigentlich alle Regeln außer Kraft gesetzt waren, egal ob rechts überholt oder Vorfahrt geschnitten ohne Augen überall hätte es bestimmt paarmal gekracht. Ursprünglich hatten wir als Zwischenstopp die wunderschönen Strände an der Adria bei Budva geplant, waren aber sehr schnell froh, doch die direkte Strecke nach Mostar gewählt zu haben. Nach über 3 Stunden Fahrzeit, einer Stunde Wartezeit an der Grenze erreichten wir die montenegroriansiche Hauptstadt Podgorica um einen kurzen BurgerKing Stop einzulegen. Whoppermenü für 7,49€ war jetzt kein Schnäppchen aber irgendwas musste ja gegessen werden. Irgendwas schien an meinem Burger nicht in Ordnung gewesen zu sein, Übelkeit und Ausstoßen waren für die nächsten Stunden Programm. Die BERTHA kämpfte sich bis zum Grenzübergang Brdo in ungeahnte Höhen durch, langsam war klar, warum GoogleMaps für die überschaubare Strecke schonmal offline über 7 Stunden kalkulierte. Auch hier mussten wir wieder gut eine Stunde warten, bis wir abgefertigt wurden.

    Tierische Begrüßung in Bosnien 🇧🇦

    Weiter ging es über schmale und kurvenreiche Straßen bis zu unserem Tagesziel die durch den Bosnienkrieg bekannte Stadt Mostar.

    Malerische Landschaften auf dem Weg nach Mostar

    Wir hatten über Booking ein bezahlbares Zimmer mit Pool gebucht und für 30€ die Nacht in unmittelbarer Nähe zur Altstadt war es ein Schnapper. Hannes entspannte nach nun fast 10 Stunden on-the-road und ich schwamm eine Weile herum.

    Auf dem Weg zur wiederaufgebauten Brücke von Mostar (Stari Most) kamen wir immer noch an Kriegsruinen und vielen Einschlägen vorbei.

    Selfie vor der Brücke in Mostar

    Nachdem wir unseren Weg vorbei an den Touriströmen gefunden hatten, fanden wir etwas Abseits einen freien Tisch im Restaurant Mystic und hatten dort ein fantastisches Abendbrot.

    Das WIFI ließ leider sehr zu wünschen übrig, weder mit dem IPad noch auf dem IPhone war es möglich unsere Sucht nach GOT zu befriedigen. Nur das eigentlich als Navi fungierende alte China Android Dödelphone machte uns die Serie an.

  • Balkanroute Tag #9 Bosnien-Kroatien

    Balkanroute Tag #9 Bosnien-Kroatien

    Nachdem wir den wohl südlichsten Punkt unserer Reise bereits mit Thessaloniki durchschritten hatten, ging es heute von Mostar auf direktem Wege an die kroatische Adriaküste.

    Ich nutzte den über Nacht doch sehr stark abgekühlten Pool nochmal für ein morgendliches Bad und die örtliche Gasprom-Tankstelle um der BERTHA nochmal günstig Diesel nachzutanken.

    Trotz aller Vorwarnungen des Gastgebers nicht den Grenzübergang Nova Sela Richtung Kroatien sondern den weniger überlaufenen in Ljubuski zu nehmen, haben wir erstgenannten Posten genommen und alles Richtig gemacht. Nach gerade mal 10 Minuten Wartezeit durften wir wieder in die EU einreisen und die Vorzüge des regulierten Roamings nutzen. Nach so vielen Tagen ohne iPhone waren wir jetzt wieder online.

    wieder EU

    Unser heutiges Tagesziel ist das kleine Fischerdorf Sveti Juraj an der kroatischen Adria, Hannes kann sich mit lieben Kumpels aus den Vorjahren und Dario treffen und ich mal ausspannen.

    In Šibenik gab es dann endlich ein verspätetes Frühstück bei McD. Wäre schön gewesen wenn man den Deckel zum Latte nicht nur raufgelegt hätte, jetzt schwomm der ganze Tisch sehr zur Belustigung der am Nebentisch sitzenden Deutschen.

    Winnetou lässt grüßen am Tulove Grede

    Die Route führte uns dann auf der E71 auch durch das Gebirge, dass schon bei den Winnetou Filmen uns allen suggerierte, so sieht also der Wilde Westen aus (war es ja gar nicht, sondern einfach nur Jugoslawien).

    Kühles Blondes am Ufer in Sveti Juraj

    Pünktlich zum Nachmittag sind wir dann an der Küste angekommen, allen Unkenrufen zum Trotz die BERTHA würde es nicht mal bis zur deutschen Grenze schaffen.

    Der Plan an die Plitvicer Seen zu fahren um einmal sich wie am Silbersee zu fühlen haben wir glücklicherweise schon am Abend verworfen um am nächsten Tag vor Ort zu bleiben und zu entspannen.

  • Balkanroute Tag #10 Sveti Juraj

    Balkanroute Tag #10 Sveti Juraj

    Perfektes Sommerwetter haben wir an die kroatische Adriaküste mitgebracht.

    Nach meiner Joggingrunde die Küstenstraße rauf und runter hat uns Familie Leyser zum Frühstücken eingeladen, also noch schnell ein paar leckere Brötchen vom Bäckerstand am Hafen geholt und den kurzen Weg zu ihrer Unterkunft hochgelaufen.

    Heute stand nur entspannen auf dem Programm, also ging es schon vormittags zum Strand.

    Sveti Juraj

    Bei gefühlten 28 Grad Wassertemperatur und fast windstill konnte man problemlos seine Bahnen ziehen.

    Für den Abend hatte Holger noch eine kleine Überraschung parat… es ging mit einem Boot raus aufs Meer.

    Sonnenuntergang mal vom Meer aus

    Den Abend ließen wir dann gemütlich an der Strandbar ausklingen.

  • Balkanroute Tag #11 Kroatien-Ungarn

    Balkanroute Tag #11 Kroatien-Ungarn

    Schweren Herzens machten wir uns heute auf die letzte Etappe unserer Reise Richtung Budapest. Irgendwie war Kroatien viel schöner als gedacht und so hätten wir dort auch noch gerne ein paar Tage aushalten können.

    Irgendwie hatte ich gar nicht auf dem Schirm, dass der Weg zu Monika nach Erd uns direkt an Siofok vorbei führt. Dort hatte ich gefühlt jeden Sommer in den 90ern mit meinen Kumpels verbracht und wollte nach so vielen Jahren einfach mal schauen wie es dort jetzt so aussieht.

    Strandbad Siófok

    Dort wo sich sonst hunderte Badelustige um einen Platz am Strand prügelten bot sich uns ein eher trauriges Bild. Es fährt wohl niemand mehr an den Balaton weil es einfach zu teuer geworden ist. Ich kann mich nicht erinnern, für den Eintritt dort 10€ hinlegen zu müssen.

    Balaton

    Umso schöner war die Leere dann am Strand, nach hunderten Metern im flachen Wasser konnte ich ein paar entspannte Bahnen ziehen und Hannes im Halbschatten chillen.

    Nach gut einer Stunde setzten wir unsere Fahrt zu Monika fort, die für uns schon lecker ungarische Gerichte gekocht hatte.

  • Balkanroute Tag #12 Budapest

    Balkanroute Tag #12 Budapest

    Nachdem Monika uns ein perfektes ungarisches Frühstück servierte, machten sie sich auf den Weg zu einer Überraschungsparty und wir gönnten der Bertha eine Auszeit und machten uns zu Fuß Richtung Érd felsö Bahnhof. Von hier war ich während meiner Besuche in vergangenen Jahren immer mit dem Vorortzug nach Budapest gefahren, warum also heute ein neues Experiment wagen…

    Nach gut 10 Minuten Wartezeit war der Zug auch schon da und im Gegensatz zu dem was ich so bei DB Regio in Deutschland gewöhnt bin, ein Fahrzeug das nicht nur modern sondern auch auffällig sauber und nicht zugetaggt war.

    Im Vorortzug der ungarischen MÁV

    Anders als ich es in Erinnerung hatte fuhren wir aber statt zum Déli zum Kelenföld Bahnhof, was seit der Eröffnung der neuen Metro kein Problem war auch von dort gut weiterzukommen. Um keinen Stress mit Einzeltickets zu bekommen, haben wir die Budapest 24 órás jegy am Automaten gekauft, die sich eigentlich lohnt wenn man schon 2-3 Fahrten am Tag macht.

    Unser erstes Ziel war das Szechenyifurdo im Stadtwäldchen. Eigentlich bin ich seit meinem ersten Besuch 1988 immer wenigstens einmal hier schwimmen aber auch entspannen gegangen. Im Laufe der Jahre hat sich aber auch hier Eines definitiv verändert, der Preis. Für uns Beide recht üppige 65€ zu zahlen war aber trotzdem jeden Cent wert, sowohl die Aussenbecken als auch die Thermalbäder und Saunen waren nach den Tagen zuvor Wellness pur.

    Die Stunden purzelten nur so und da wir ja noch mehr Budapest mitnehmen wollten, sind wir halb Vier nach einem kurzen Fußweg über den Heldenplatz wieder in die älteste U-Bahn Europas die Metro 1 Richtung Vaci ut gestiegen.

    Hősök tere

    Was mir auf der Vaci Straße sofort aufgefallen ist, es gibt keine Bettler, keine Zigeuner und sonstige ungebetene Gäste mehr. Während es früher hier fast unmöglich war wegen allem möglichen angesprochen zu werden, konnte man hier total entspannt durch die Gassen schlendern.

    Die nächste Station war ein für viele Leute eher nebensächlicher Ort, für mich aber der Beginn einer großen Leidenschaft. Genau hier konnte ich vor fast 40 Jahren meinen ersten McDonalds Big Mac essen… es war damals die erste Filiale im Ostblock und für mich sowas wie eine Sensation. Hannes konnte das gar nicht verstehen, für ihn gibt’s McD schon immer.

    McD an der Vaci ut

    Wir liefen die Straße noch weiter hoch, genau bist dem Parkplatz an der Elisabeth Brücke, wo man mir damals den wunderschönen 5er BMW innerhalb von 20 Minuten geklaut hatte.

    Der nächste Stopp war in der alten Markthalle am Donauufer. Als ich auf der Suche nach ungarischen Pfirsichen nicht fündig wurde stieß ich aber auf einen Stand mit original russischen Kaviar und konnte mich erinnern, dass unser langjähriger Trucker Andy mich vor vielen Jahren schonmal bat, wenn ich denn mal wieder da bin, an ihn zu denken. Diesmal hat es geklappt und ich habe für Opa auch gleich noch ein Glas eingepackt.

    Zurück zum Kelenföld Bahnhof ging es traditionell mit der Straßenbahn 49, die immer noch die aus den 50ern stammenden Wagen betreiben.

    Die gute Tat des Tages war dann noch die Übergabe der Tagestickets an eine sichtlich erfreute spanische Studentin, die vorher vergebens versuchte am Automaten ein Ticket zu ziehen.

    Da es am nächsten Morgen Richtung Heimat gehen sollte, machten wir in Érd dann doch noch die Bertha flott um uns im Tesco mit Salami, Paprika und frischem Knoblauch einzudecken.

  • Balkanroute Tag #13 Budapest-Prag-Berlin

    Balkanroute Tag #13 Budapest-Prag-Berlin

    Nun war er da, der Tag der Heimreise. Monika machte uns noch ein leckeres Frühstück bevor die Bertha uns in die Heimat bringen sollte. Nachdem wir noch einiges an Leckereien im örtlichen Bäcker einkauften ging es nun zu dritt Richtung Berlin. Monika nahm das Angebot dankend an, uns auf dieser letzten Etappe zu begleiten.

    Noch bevor wir die Grenze zur Slowakei erreichten, machte ein wild gestikulierender BMW Fahrer mit Bornaer Kennzeichen auf sich aufmerksam und wir stoppten kurz auf dem Standstreifen. Er erklärte uns, das man ihm in Serbien alles geklaut hätte und er nur noch nach Deutschland heim kommen möchte. Ich reichte ihm meine letzten Euros rüber und er spendierte mir sein Goldkettchen und Ring (beides natürlich weder Gold noch Geldwert) als Pfand.

    Die erste wirkliche Station war ein Tankstopp nahe Brno und nachdem die Waze App uns durch Prag navigierte wegen einer Vollsperrung auf der Autobahn eine Pause am EKZ Letnàny. Die letzten freien Stellen in der Bertha wurden mit tschechischen Köstlichkeiten und Royal Crown Cola ausgefüllt und wir starteten vollgepackt zur deutschen Grenze.

    Grenztafel auf der A17

    Nachdem wir das tschechische Mobilfunknetz verlassen hatten und wieder im Vodafone Heimnetz waren ging die Waze auf offline. Willkommen in Deutschland und nur gut, dass ich jetzt wirklich keine Navigation mehr brauchte. Mit Edge war es dann bis Berlin unmöglich irgendwas online zu probieren.

    Nach insgesamt 5.555 Kilometern ging unsere Balkanroute an diesem Freitag Abend zu Ende…

    Nach der Tour ist vor der Tour… es geht 2026 weiter !