Reisen 2025

  • GoEast 2026 / Russland 🇷🇺 SPB Tag 4 und 5

    GoEast 2026 / Russland 🇷🇺 SPB Tag 4 und 5

    Unser Tag 4 startete bei bestem Wetter mit einem Ausflug zur Peter-und-Paul Festung. Ich durfte dort vor einigen Jahren schonmal Station machen, gemeinsam mit meinen Kollegen der Gruppe Knorkator weilten wir zwei Tage in der Stadt und hatten das gleiche Ziel, allerdings waren die Schlangen an den einzelnen Museen so lang, dass es bei einem einfahen Rundgang übers Gelände blieb. Heute waren zwar auch einige Reisegruppen dort unterwegs, aber anstehen mussten wir nirgends. Wir folgten der Empfehlung an der Zentralkasse gleich das Kombiticket zu kaufen, da man damit eigentlich alle Ausstellungen auf dem Areal besuchen konnte.

    Peter-und-Paul Kathedrale

    Unser erster Anlauf war die berühmte Kathedrale im Zentrum der Festungsanlage. In ihr sind die sterblichen Überreste fast aller Zaren Russlands aufbewahrt und der ücer 122m hohe Turm war bis zur Errichtung des Leningrader Fernsehturms das höchste Wahrzeichen der Stadt. Auch die aufgebahrten Särge der Romanows sind dort zu finden, aufgrund der bekannten Geschichte um die Ermordung Zar Nikolaus II. während der Sowjetrevolution ist es aber mehr als fraglich, ob es sich dort tatsächlich um die Originale handelt.

    Grabstätte der Romanows

    In den Kasematten der Festung sind viele weitere Museen zur Geschichte Sankt Petersburg aber auch zur Festung selbst untergebracht. Sehr interessant war ein Gang durch das ehemalige Gefängnis dort mit Verweis auf die doch teilweise sehr prominenten Insassen.

    Blick ins Innere der Sojus-Kapsel

    Der Besuch endete mit der Raumfahrtausstellung am Osttor, wo neben original Sojuskapseln auch auf die erfolgreichen Kosmonauten der Vergangenheit verwiesen wurde.

    Kasaner Kathedrale

    Den Nachmittag nutzten wir zu einem ausgedehnte Spaziergang Richtung Newskij Prospekt und Kasaner Kathedrale. Da beide Sehenswürdigkeiten in keinem Reiseführer fehlen, war es dort auch erwartungsgemäß überlaufen obgleich der Sakralbau schon sehr beeindruckend war. Da wir uns für den Folgetag die Rückkehr auf die Festung Europa vorgenommen hatten, blieb es bei diesem letzten Byebye und wir gingen ein letztes Mal bei BurgerKing essen.

    Wir wählten den Sonntag als Abreisetag, da bekanntlich mit weniger Verkehr und hoffentlich weniger Wartezeit an der Grenze zu rechnen war. Nach einem schnellen Frühstück auf dem Hotelzimmer machten wir uns mit unserem Gepäck zum CheckOut und begrüßten Bertha in der Tiefgarage, die sich ja nun ein paar Tage ausruhen durfte. Ein wenig genervt vor der sich nicht öffnen wollenden Schranke organisierte Hannes Hilfe und es ging nach 10min. warten auf in Richtung Pskov. Unser weiterhin perfekt funktionierendes Yandex Maps navigierte uns zum Petschory Grenzübergang nach Estland. Seit den zunehmenden Spannungen zwischen der EU und Russland wurde eine Art Grenzgebiet in einem Streifen ca. 10km von der eigentlichen Grenze entfernt eingeführt, der nur mit speziellem Passierschein befahren werden darf. Davon wusste offensichtlich unsere Yandex Maps Navigation nichts, schließlich standen wir mitten im Wald vor einem Schlagbaum mit russichen Armisten und entsicherten Waffen. Mein Russisch reichte gerade noch auf die Frage, was wir denn hier wollen, zu entgegnen: Мы хотим до границы … was in etwa soviel hieß wie, wir wollen zur Grenze. Man räusperte sich, rief dem Anderen zu „Die Deutschen wollen zur Grenze.“ und der Schlagbaum öffnete sich. Nach 10min. Fahrt durch den Wald standen wir dann an einer kleinen Mautstation, den Grenzübergang schon in SIchtweite. Glücklicherweise waren auf der MIR-Karte noch ein paar Rubel und wir durften passieren.

    Warten am russischen Zoll

    Der erste Grenzposten kontrollierte unsere Pässe und Papiere und öffnete das Rolltor und ließ uns zum Zoll vorfahren. Vor uns waren zwei PKW, ein VW-Bus mit moldawischem Kennzeichen und ein Reisebus. Während es mit dem VW-Bus wohl einige Probleme gab (er musste zurück rangieren und wir haben ihn im weiteren Verlauf auch nicht mehr gesehen) durften wir recht zügig vorfahren. Während die Bertha inspiziert wurde, gingen wir mit unserem Gepäck zum Röntgen ins Hauptgebäude. Eine etwa 70jährige Frau sprach uns in akzentfreiem Deutsch an, ob wir Antiquitäten oder ähnliches dabei hätten. Ich zeigte ihr die beiden als Souvenier gekauften Matroschka-Puppen, sie winkte aber gleich ab. Nachdem es an unserem Gepäck nichts zu bemängeln gab wurden wir wieder zum Auto geschickt, das bereits auch schon abgefertigt war und durften zur Ausreise vorfahren. Dort gab es nur noch zwei Stempel in unsere Pässe und die Schranke öffnete sich um halb drei. Vor uns wehten auf der anderen Seite des kleinen Flusses Piusa Jögi die blauen EU-Fahnen leicht im Sommerwind und wir stellten uns hinter einigen PKWs an. Was wir bis dahin nicht wussten, der Grenzübergang Koidula auf der estnischen Seite hat seit kurzem nur noch von 7:00 Uhr früh bis 19:00 Uhr abends geöffnet und fertigt etwa 2 Fahrzeuge pro Stunde ab. In dem Tempo wird das auch für uns eine knappe Kiste da heute noch rüber zu kommen.

    Koidula in Sichtweite

    Gegen 17:30 Uhr sprang unsere Ampel auf grün und wir durften vorfahren. Wie an allen anderen Grenzübergängen sprangen wir aus der Bertha, wurden aber sofort und mit gedrilltem Ton wieder zurück ins Auto gerufen. Andere Länder. Andere Sitten. Nach kurzer Zeit kam dann eine Zollbeamtin und bat mich auszusteigen, Hannes musste sitzen bleiben. Ich zeigte den Kofferraum und unser Gepäck, sie fragte nach russischen Einkäufen. Ich zeigte ihr pflichtbewusst die für Flori gekaufte Stange „Pjotr“ Zigaretten. Welch kapitaler Fehler, sie fragte ob ich denn nicht wüsste das russischer Tabak in der EU verboten sei. Da half auch kein verweis auf meine Einkäufe in Polen, wo es ja seit jeher erlaubt ist eine Stange zollfrei mitzunehmen. Die Kippen durfte ich in eine Plastiktonne werfen und die Bertha musste dann auch nochmal komplett durchleuchtet werden. Dabei entdeckte man in meinem Rucksack die Milch, die ich für alle Fälle morgens noch aus dem Kühlschrank nahm und erklärte mir, das sei auch verboten weil es gefährliche russische Bakterien enthalte. Ich wollte sie ausgießen aber der Beamte verneinte nur und sagte, beim nächsten Mal nicht machen. Es war glaube ich der Schlüsselmoment für mich, mich darauf festzulegen, dass es hier für ich auf unbestimmte Zeit wohl kein nächstes Mal geben wird.

    Koidula erreicht

    Sichtlich erleichtert erreichten wir dann um kurz nach 18:00 Uhr wieder die EU und steuerten unser heutiges Übergangsziel die estnische Hauptstadt Tallin an.

  • GoEast 2026 / Russland 🇷🇺 SPB Tag 2 und 3

    GoEast 2026 / Russland 🇷🇺 SPB Tag 2 und 3

    Die nächsten beiden Tage im wunderschönen Sankt Petersburg standen komplett im Fokus der großen Paläste, einerseits dem Peterhof vor den Toren der Stadt und andererseits dem Katharinenpalast im ehemaligen Zarendorf Puschkin. 

    Anders als offensichtlich alle anderen Touristen die mit dem Schnellboot anreisten, nahmen wir zum Peterhof den städtischen Bus und hatten dadurch die Chance durch den wunderschönen unteren Park zu laufen. 

    Der untere Park am Peterhof

    Der recht happige Eintrittspreis für Ausländer (ja, Russen zahlen tatsächlich weniger als die Hälfte) wurde jedoch durch die Schönheit der restaurierten und sehr gepflegten Parkanlage entschädigt. Es waren alle Brunnen und Wasserspiele in Betrieb und natürlich beeindruckte die Kaskade direkt am Palast am meisten. 

    Die Wasserkaskade am Peterhof

    Ich konnte mich noch gut an das Lied „Matrosen von Kronstadt“ erinnern, dass wir damals bei feucht-fröhlichen FDJ-Abenden gesungen hatten, also lag es Nahe, die auf der dortigen Festung gelegene orthodoxe Kathedrale abzuhaken. Die Yandex Maps App zeigte uns den richtigen Bus und nach knapp einer Stunde Fahrzeit waren wir in Kronstadt, was übrigens erst seit einigen Jahren überhaupt zugänglich ist, weil es bis dahin militärische Sperrzone war. 

    Schon von weitem war die vergoldete Kuppel zu sehen, ihre wahre Schönheit zeigte sich aber erst im Innern. Wir waren von der schieren Größe überwältigt. Offensichtlich durch den jahrelangen Dornröschenschlaf ist diese Kathedrale ein bisher nicht touristisch ausgeschlachtetes Ziel und wurde zu unserem heimlichen Highlight der Reise. 

    In der maritimen Nikolaus Kathedrale auf Kronstadt

    Nach einem leckeren Latte ging es mit dem Bus zurück in die Stadt. Die kurz vor der Stadtgrenze zugestiegen Fahrkartenkontrolleure ermahnten uns, dass wir unsere Tickets beim einsteigen in den Bus auch validieren müssen. Ein nicht unwichtiger Hinweis, der uns hätte recht teuer zu stehen kommen können. 

    Auf der Fahrt zurück in die große Stadt entdeckte Hannes den riesigen Gasprom Tower, der unser nächstes Ziel werden sollte. 

    Gazprom Tower

    Direkt gegenüberliegend wurden 3 riesige Fahnenmaste platziert, an denen die gigantischen Flaggen des Zarenreiches, der Sowjetunion und Russlands wehen. 

    Riesige Fahnen

    Ich hatte die Idee, das man zum Wochenende einen Ausflug nach Nowgorod machen könnte und wollte dazu am Moskauer Bahnhof mal wegen Fahrkarten nachfragen. Offensichtlich hatten aber auch gefühlt hunderte Andere die Idee nach Tickets zu schauen, also haben wir diesen Plan schnell verworfen. Wir ließen den Abend mit einem leckeren Essen in einem russischen Restaurant ausklingen. 

    Am Freitag stand das ehemalige Zarendorf, heute Puschkin genannt, auf unserem Besuchsprogramm. Ich hatte wieder die uns inzwischen sehr lieb gewordene Yandex Maps App befragt und sie spuckte uns eine Fahrverbindung mit dem Überlandbus ab der Moskovskaya Metrostation aus. Leider unterschätzten wir wieder die schiere Größe dort, es gab gefühlt 10 Bushaltestellen und bis wir die Richtige gefunden hatten, war der Bus natürlich schon weg, also hatten wir 20min. Zwangspause.

    Katharinenpalast in Puschkin

    Unser Ziel sollte der berühmte Katharinenpalast mit dem erst kürzlich wiederaufgebauten Bernsteinzimmer sein. Relativ schnell konnten wir erkennen, dass offensichtlich auch noch viele andere Touristen sich da heute in die Warteschlange vor dem Ticketoffice einreihten. Unser Slot für den Palast war dann erst später am Nachmittag, also hatten wir noch ausreichend Zeit durch den angrenzenden Schlosspark zu wandern. Auch hier konnte man gut beobachten wie aufgeräumt und sauber dieses riesige Areal in Schuss gehalten wird.

    Spiegelsaal des Katharinenpalastes

    Pünktlich um halb Vier standen wir dann in der Reihe mit einer Gruppe weiblicher Senioren, wahrscheinlich aus einer weit entfernten russischen Kolschose, immerhin hatten sie alle ihre türkisen Kopftücher auf. Über eine marmorne und goldverzierte Treppe ging es direkt in den großen Spiegelsaal. Weder Hannes noch ich hatten je soviel Blattgold auf einem Haufen gesehen. Es ist schwer zu schätzen, aber ich denke das alleine in diesem Saal hunderte Kilogramm Gold verarbeitet worden sind. Während die russischen Touris alle ein kleines Headset hatten und direkt den flüsternden Erklärungen der Museumsführerin lauschten, konnten wir uns an den Kostbarkeiten satt sehen. Das große Finale war natürlich das Bernsteinzimmer, nicht mehr das von den Nazis deportierte Original, sondern die detailgereue und mit deutschen Geldern mitfinanzierte Reproduktion. Eigentlich ist es dort strengstens verboten, zu fotografieren … die Mädels und ich haben trotzdem einen Schnappschuss gewagt.

    Das berühmte Bernsteinzimmer

    Beim Abschluss des Rundganges wird man durch eine Bilderausstellung geleitet, die mir buchstäblich die Tränen in die Augen getrieben hat. Es wird dargestellt, wie die deutsche Wehrmacht das komplette Palastareal dort beim Abzug 1944 hinterlassen hat.Fast der komplette Palast wurde niedergebrannt, es standen von ursprünglich 55 Räumen nur noch die verkohlten Grundmauern von 20, der Rest wurde ein Opfer der Flammen. Wenn man das unter dem Apekt betrachtet, wie heute in Berlin und Brüssel wieder einmal gegen den sogenannten bösen Russen gehetzt wird, kann man nur noch fragen, ob dort denn niemand aus der Geschichte verwertbare Lehren gezogen hat.

    Blick in den Führerstand der Elektritschka

    Die Rückfahrt nach Sankt Petersburg absolvierten wir dann in der Vorortbahn „Elektritschka“ vom ehemaligen Zarenbahnhof. Die halbstündige Fahrt kostete lächerliche 80 Rubel, nicht mal 1 Euro. Sie endete im ältesten Bahnhof der Stadt, dem Vitebsky Bahnhof, der 1837 eröffnet und bis zu seinem Tode von Zar Nicholas I. regelmäßig für die Fahrt zum Palast genutzt wurde.

    Wir nutzen die abendlichen Stunden noch für einen kurzen Walk zur Auferstehungskirche, auch eine der touristisch ausgeschlachteten Attraktionen der Stadt, aber schon die großen Tickethäuschen haben uns abgeschreckt auch nur einen Rubel hier auszugeben. Wir bewegten uns mit der Metro wieder Richtung Hotel und gönnten uns ein viel zu großes Abendbrot bei Rostics, wie KFC hier jetzt heißt, um mit viel zu viel im Magen ins Bett zu fallen.

  • GoEast 2026 / Russland 🇷🇺 SPB Tag 1

    GoEast 2026 / Russland 🇷🇺 SPB Tag 1

    Die erste Nacht in Sankt Petersburg war aufgrund der ewig langen Wartezeit an der Grenze natürlich eher kurz. Eher zufällig fand ich im Hotel eine unverschlossene Tür die mich direkt zum Schwimmbad führte, also statt joggen erstmal ein paar Bahnen geschwommen. Inzwischen war auch Hannes erwacht und wir konnten in den Tag starten, natürlich nicht ohne Frühstück. An der Grenze gab es gar nichts, also ernährten wir uns am Vortag ausschließlich von Keks und Sprudelwasser, entsprechend tief hing uns der Magen.

    Aus Starbucks wurde Stars Coffee

    Das Valo Ramada hat zwar auch Frühstück angeboten, allerdings zu recht überzogen wirkenden Preisen, weshalb wir in das gegenüberliegende Shopping Center gegangen sind und dort alle uns bekannten Ketten unter neuem russischen Branding fanden.

    Burgerking auf russisch

    Unser Frühstück gab es dann bei Биргер Кинг in der dritten Etage.

    Wir kauften am Fahrkartenschalter 2 Fünftageskarten für die Metro (und alle anderen Busse und Straßenbahnen in der Stadt) und machten uns auf den Weg zum Winterpalast um einen Blick in die berühmte Eremitage zu werfen.

    Eingangsportal der Eremitage

    Schon der Treppenaufgang zu den Ausstellungen war so beeindruckend, dass es einem den Atem raubte. Wir suchten uns nur einzelne Räume und Künstler aus, sonst hätte dieser Ausflug mit Sicherheit den ganzen Tag verschlungen.

    Nikolaus Marine Kathedrale

    Hannes ausdrücklicher Wunsch war es mindestens 3 orthodoxe Kirchen in Sankt Petersburg zu besuchen und so fiel die erste Wahl auf die Nikolaus Marine Kathedrale, benannt nach dem Schutzpatron der Schifffahrt. Was wir nicht wissen konnten, war das genau zu der Zeit der höchste Geistliche des Hauses sein tägliches Gebet direkt neben uns abhalten würde. Es war sehr beeindruckend für uns, gerade wenn man so etwas noch nie zuvor erlebt hatte.

    Tagesgebet in der Nikolas Kathedrale

    Der weitere Spaziergang durch die Stadt führte uns zum Narva Triumphbogen und die daneben befindliche Metrostation Kirovsky, über die wir wieder zurück zur Bucharestkaya kamen, direkt neben unserem Hotel.

    Der Narva Triumphbogen an der Kirowskaya

    Der fehlende Schlaf vom Vortag und die gelaufenen Kilometer durch die Stadt forderten dann ihren Tribut. Wir fielen einfach nur noch ins Bett und freuten uns schon mächtig auf Tag 2 in dieser wunderschönen Stadt.

  • GoEast 2026 / Lettland 🇱🇻 / Russland 🇷🇺

    GoEast 2026 / Lettland 🇱🇻 / Russland 🇷🇺

    Der Morgen des 7. Juli zeigte sich mit strahlendem Sonnenschein und aufgrund unserer inzwischen erreichten geografischen Breite schien sie bereits seit dem frühen Morgen durch die nicht wirklich abgedunkelten Hotelzimmer. Nach einem eher überschaubaren Frühstück im Hotel Relax tankten wir die Bertha nochmal voll, bevor es auf die etwa 50km lange Strecke bis zur russischen Grenze ging.

    Die E262 in Richtung Grebneva

    Ich fuhr eine halbe Stunde zu früh an die Grenzstation auf lettischer Seite vor. Es stand dort niemand, und wurde wieder zurückgeschickt und solle erst vorfahren wenn ich die SMS der lettischen GoSwift Grenzwarteschlange bekommen habe. Die kam ziemlich genau 15min. später um 11:45. Die Grenzabfertigung dauerte dann etwa 5min. und die Zollabfertigung auf estnischer Seite etwa 15min. (plus nochmal 10min. weil wir erst fälschlicherweise ins Hauptgebäude gegangen waren, die Zöllner sitzen aber gleich weiter hinten in der Spur). Dann ging es weiter zum russischen Tor, erst jetzt war uns klar, dass wir bereits die EU verlassen hatten. Der erste Grenzposten prüfte unsere Pässe und Fahrzeugpapiere und gab uns die Migrationskarten zum ausfüllen und einen Laufbon. Am Tor 1 wurden erst mehrere LKW vorgelassen und nach weiteren 30min. durften wir zum eigentlichen russischen Grenzposten vorfahren. Die Grenzabfertigung startete nach etwa 15min. Hannes sollte nach der Abgabe des Passes wieder ins Auto steigen, ich wurde direkt zum FSB Interview ins dortige Hauptgebäude gebracht. Dort wurde mir erstmal mein IPhone abgenommen und ich durfte nach etwa 10min. in einen Raum mit FSB Agentin und einem ca. 18jährigem Anwärter, der sehr gut Englisch dolmetschen konnte geführt. Das Interview war sehr einfach gefasst, die meisten Fragen waren bereits bei der Passabgabe auf einem Blatt abgefragt worden. Die primären Dinge bezogen sich auf die EU Maßnahmen in Bezug auf die Unterstützung der Ukraine und wie man dazu steht oder ob man bereits Militärdienst geleistet hat. Natürlich wird auch gefragt wohin und warum man dorthin reisen möchte. Unsere Reise war ja rein touristisch, also gab es keine weiteren Nachfragen und ich wurde wieder zum Fahrzeug gebracht. Nach etwa einer weiteren halben Stunde bekamen wir die Pässe nebst abgestempelter Immigrationskarte zurück und ich durfte recht zügig an einer für uns aufgemachten Spur zum russischen Zoll vorfahren. Zu diesem Zeitpunkt waren 3 Spuren für PKW in Benutzung und ganz links stand ein einzelner MB Sprinter. Ich wurde sofort an den Schalter gebeten, da ich aber nur schlecht russisch sprechen kann bemühte man sich mir die erforderlichen Deklarationen in Englisch auszudrucken. Ich sollte die Scheine vollständig ausfüllen und zur Kontrolle wieder abgeben. Natürlich passierten beim Ausfüllen ein paar Fehler, also begann das ganze Prozedere wieder von vorn und damit es besonders viel Spaß macht in doppelter Ausführung. Irgendwann schrieb die Zöllnerin das, was ihr wohl immer noch fehlte dann doch selbst rauf und schickte mich wieder zurück zu Hannes ins Auto.

    Die Zollabfertigung auf russischer Seite

    Wir beobachteten das Geschehen um uns herum und konnten erkennen, dass es tatsächlich nur eine Abfertigung gleichzeitig gab und zwar von der rechten zur linken Spur. Es wurde immer als erstes ein Röntgen des Gepäcks im Hauptgebäude gemacht und alles was unklar war musste geöffnet und vor Ort ausgepackt werden. Dann wird das Gepäck zurück zum Auto gebracht, darf aber noch nicht eingeladen werden. Es folgt dann eine Sichtprüfung am Wagen, alle Türen, Motorraum, Kofferraum und Tankdeckel müssen geöffnet werden. Es wird mit Spiegeln und Lampen alles optisch durchsucht. Dann kommt nach einer Weile ein weiterer Zöllner mit Hund und lässt dessen Spürnase durch das Fahrzeug schweifen. Dieses Prozedere konnten wir nun an allen 9 Fahrzeugen vor uns beobachten, während aus dem Sprinter in der ganz linken Spur ein kompletter Flohmarkt mit chinesischen Artikeln ins Hauptgebäude gebracht wurde. Nach 3 weiterenStunden, es war inzwischen bereits 19:00 Uhr, waren immer noch 5 Fahrzeuge vor uns. Um kurz nach halb zehn begann dann endlich unsere Abfertigung. Wie fast alle vor uns musste auch die Bertha noch zum Röntgen gefahren werden. Hannes musste das Gepäck neben das Hauptgebäude bringen um dort auf mich zu warten. Ich fuhr in einer PKW Kolonne an eine alte Fabrikhalle, die sehr an die Szenerie aus der HBO Serie Chernobyl erinnerte und hielt nach dem Techniker Ausschau, der die vermeintlich letzte Untersuchung durchführen sollte. Der ließ allerdings erstmal wieder 2 weitere Trucks vor, bis ich hinein durfte. Die dortige Rampe hatte bestimmt schon tausende andere Autos in ihrem Arbeitsleben gesehen. Ich stieg aus, ging mit dem Techniker in einen Nebenraum und nach einer Weile wieder zurück zum Auto um wieder zurück zum Hauptgebäude zu fahren. Hannes saß dort nun bestimmt eine Stunde im wahrsten Sinne auf unseren gepackten Koffern. Tony, ein netter Lette aus der Warteschlange neben uns, der immer wieder uns mit seinem Englisch uns gut helfen und übersetzen konnte, musste sein Gepäck dort nochmal ausladen, weil man sein Reserverad zusätzlich inspizieren wollte. Er bekam trotzdem noch vor uns seine Einreisepapiere und wir dann unsere ziemlich genau um 00:00, also 12 Stunden nachdem wir etwa 200m entfernt an den ersten Posten vorgefahren waren.

    Warten auf die Einreisepapiere

    Ich nutzte die Möglichkeit ihn und seine Frau zu befragen, ob das dort immer so läuft und er sagte nur, dass sie vor einem Jahr schonmal insgesamt 48 Stunden dort verbracht hätten und das heute noch echt schnell ging. Für uns war es eine sehr schöne Erfahrung, wie easy und einfach es inzwischen an den Grenzen im Schengenraum abläuft, wenn man bedenkt das derartige Zollmodalitäten früher an jeder Grenze gängige Praxis waren. Wir entrichteten dann an der letzten Schranke die 300 Rubel PKW Maut und starteten Richtung Sankt Petersburg.

    Noch kurz bevor wir losfuhren kam ein russischer Fahrer zu mir, nachdem er unser Kennzeichen gesehen hatte und sagte in gebrochenem deutsch , wir sollen auf dem Weg lieber noch tanken, weil es in der Stadt wohl gerade schwer sei, an Treibstoff zu kommen. Diesen Hinweis haben wir sofort aufgegriffen und sind mitten in der Nacht an eine kleine Tanke gefahren, die uns aber nicht erlaubte Diesel in den Reservekanister zu pumpen. Hmm, na dann eben nur ein paar Liter in die fast noch volle Bertha und los, etwa 480km bis zum Hotel in Sankt Petersburg.

    Die noch in Deutschland bestellte Yesim Telefonkarte buchte sich sofort ins russische Netz ein und die installierte Yandex Maps App navigierte uns durch die Nacht.

    Die Stadtgrenze von Sankt Petersburg ist erreicht

    Um halb fünf in der Früh erreichten wir unser Ziel und tatsächlich eine Gazprom Tankstelle mit Diesel im Angebot. Die Bertha wurde vollgetankt und auch der Reservekanister bekam noch was ab, bevor wir ins Valo Ramada eincheckten, dass ich schon Wochen vorher reserviert hatte. Da wir die Stadt mit den Öffis erkunden wollten, kam Bertha ins Parkhaus und wir endlich ins Bett.

  • GoEast 2026 / Polen 🇵🇱 / Litauen 🇱🇹 / Lettland 🇱🇻

    GoEast 2026 / Polen 🇵🇱 / Litauen 🇱🇹 / Lettland 🇱🇻

    Schon nach Abschluss unserer Balkanreise 2025 entstand die Idee mit unserem zuverlässigen Begleiter BERTHA eine Reise Richtung Russland zu machen. Wir konnten uns nur damals nicht ausmalen, wie durch die antirussische Politik aus Brüssel uns dieser Trip erschwert werden würde.

    Am Nachmittag des 5. Juli 2026 war es dann soweit, die inzwischen notwendigen Papiere, Visa und selbst eine russische МИР Geldkarte im Rucksack setzen wir uns in Bewegung.

    Es war eine goldrichtige Entscheidung schon am Nachmittag vorzufahren, da selbst die Strecke von knapp 600km bis zur Zwischenübernachtung im polnischen Tłuszcz etwa 50km hinter Warschau sehr langwierig wirkte (was aber vielleicht auch daran gelegen hatte, dass ich am Vorabend noch mit Knorkator auf der Rockharz Bühne stand).

    Zwischenstopp im litauischen Jonava

    Ausreichend gestärkt und nochmal nachgetankt ging es am Montag morgen weiter Richtung Lettland. Auf halber Strecke gab es in Jonava in Litauen einen Kaffeestopp um Energie zu tanken.

    Kurz hinter der lettischen Grenze besuchten wir die Festung Daugavpils. Hier waren offensichtlich die Fördergelder aus Brüssel noch nicht angekommen, denn außer der komplett restaurierten Polizeidirektion boten die anderen Bauwerke ein eher ernüchterndes Bild.

    Polizeidirektion Daugavpils

    Das heutige Tagesziel hieß Reznike, eine Kleinstadt etwa 50km von der russischen Grenze entfernt. Und das wir jetzt schon so nah dran sind, merkte Hannes auch in der örtlichen Hesburger Bude. Die Jungs am Nebentisch sprachen alle Russisch.

    Das Hotel Relax gehört mit zum neugebauten Olympia Sportkomplex und sowohl Sportplatz als auch Aussenbecken waren zugänglich.

  • Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tage #5 bis #8 Lochinver / Ullapool

    Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tage #5 bis #8 Lochinver / Ullapool

    Die nächsten Tage unserer Reise waren von Ausflügen in die nähere und auch wie am Beispiel Ullapool weitere Entfernung geprägt.

    Auf dem Weg in die Highlands

    Wir hatten durchgängig Glück was das Wetter betraf. Steffen nutzte jeden Stop für Landschaftsfotografien.

    In der Nähe von Lairg liefen wir einen kleinen Pfad entlang um zum Wasserfall Falls of Kirkaig zu gelangen. Obwohl der Abstieg recht rutschig und stellenweise gefährlich war entschädigte die Aussicht für die Mühe.

    Falls of Kirkaig

    Ein weiterer Stop war wie auch schon auf unserer ersten Schottlandreise die Ruinen des Ardwreck Castle an der A837 nicht weit weg von Skaig Bridge.

    Gruppenfoto am Ardwreck Castle

    Um unsere Vorräte aufzufüllen und einen leckeren Latte zu trinken, ging es auch nach Ullapool weiter südlich.

    Hafen von Ullapool

    Das absolute Highlight entdeckten wir dann am Schlusspunkt unserer Reise. Im nahegelegenen Lochinver gibt es den Lochinver Larder, ein für seine Pies mehrfach ausgezeichneter Laden mit Bistro. Obwohl ich eher kein Fan dieser angelsächsischen Speise bin, ließ ich mich eines besseren belehren und wurde nicht enttäuscht. Bei einer weiteren Reise wird mit Sicherheit hier wieder Station gemacht.

    Pies im Lochinver Larder

    Wieder einmal viel zu schnell vergingen unsere Tage im schottischen Hochland. Am 14. Oktober 2025 hieß es für uns Abschied zu nehmen. Mit dem Mietwagen ging es zum Airport Inverness und dann über London Heathrow 5 zurück nach Berlin.

  • Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tag #4 Old Man of Stoer

    Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tag #4 Old Man of Stoer

    Heute nun starteten wir den nächsten Versuch zum Old Man of Stoer. Steffen hatte wieder frische Schlüpfer und wir bewegten uns nach dem leckeren Frühstück in Richtung Norden.

    Anders als beim Versuch 1 nahmen wir diesmal die Route vom Stoer Lighthouse, was nur 15min. Autofahrt vom Cottage entfernt war. Der recht beschwerliche Weg führte über den geographischen Trigpoint Stoer der direkt auf der Spitze des Berges war. Dort angekommen erwartete uns eine extreme Brise, wir konnten uns kaum auf den Beinen halten.

    Direkt hinter dem Trigpoint ging es wieder bergab und wir waren in einem Windschatten. Nach gut einer halben Stunde erreichten wir den Old Man, einen spekakulären Sea Stack.

    Old Man of Stoer

    Der Rückweg war auch eher matschig und nachdem Steffen gefühlt ne halbe Stunde später am Lighthouse ankam, waren seine frischen Klamotten reif für die Waschmaschine.

  • Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tag #3 Culkein

    Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tag #3 Culkein

    Tja irgendwie hatte es der Gepäckgott nicht wirklich gutgemeint. Auch am Vormittag ließ der Kurier noch auf sich warten. Wir blieben also in der unmittelbaren Nähe underes inzwischen liebgewonnenen Cottage. Marcel und ich streiften den Küstenabschnitt entlang, während Steffen aufs Gepäck wartete.

    Endlich wieder frische Klamotten

    Pünktlich zum Afternoon Tea fuhr ein Van vor und tatsächlich, der Koffer war wieder da.

  • Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tag #2 Culkein

    Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tag #2 Culkein

    Unser gemeinsamer Tag #2 stand voll im Zeichen des Wartens auf Steffens Rimowa Koffer. Während es gestern am Flughafen noch hieß er kommt mit der ersten Maschine aus London, sollte sich das als Falschmeldung herausstellen, er war tatsächlich erst in der Nachmittagsmaschine und damit dann natürlich nicht mehr zustellbar bei uns im Nichts.

    Schafe im Hochmoor

    Um die Mittagszeit entschieden wir einen Fußmarsch zum Old Man of Stoer zu wagen, der gemessen an der Landkarte eigentlich gar nicht so weit weg sein sollte. Hmm, war er aber dann doch. Wir waren noch nicht einmal ne halbe Stunde gelaufen, da hatte Steffen schon mehr Wasser in seinen Schuhen als im nahegelegenen Loch. Wir machten also lieber auf halber Strecke kehrt und kamen so in den Genuss bei schönstem Wetter an der Steilküste entlang laufen zu können.

    Blick auf die Culkein Bay

    Relativ Fußnass kamen wir dann am späteren Nachmittag wieder im Cottage an und da wirklich niemand heute noch irgendwo hinfahren wollte habe ich kurzerhand einen kleinen Kuchen für alle gebacken, die Zutaten waren in der Küche zu finden. Darunter auch Bicarbonat als Backpulver Ersatz. Okay, ich hatte ein wenig übertrieben und der Luchen ging zwar prächtig auf, hatte aber leider doch einen eher bitteren Nachgeschmack.

    Marcel hat der Kuchen gar nicht geschmeckt

    Nach sehr schönen und intensiven Gesprächen ging unser zweiter Tag dann auch viel zu schnell zu Ende.

  • Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tag #1 Berlin-London-Culkein

    Scotland 🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 2025 Tag #1 Berlin-London-Culkein

    Es muss etwa 6 Jahre her gewesen sein, als wir in vertrauter Runde uns vom schottischen Highland wieder Richtung europäischen Festland verabschieden mussten. Was dann kam, wird in den Geschichtsbüchern als Corona-Pandemie erscheinen, für uns war es die erste Zeit ohne jährlichen Schottland Trip.

    Im Frühjahr begann ich mit den Planungen für die Wiederbelebung unserer alten Tradition und wurde im kleinen Fischerdorf Culkein an der Eddra hillis Bay fündig. Ein kleines aber feines Cottage mit allem was für eine entspannte Woche von Nöten war.

    Bei British Airways fand ich eine Umsteigeverbindung über London Heathrow und Marcel buchte sich von dort genau den Anschluss Flieger nach Inverness, damit wir im gleichen Flugzeug sitzen.

    Am Vorabend habe ich mir dann doch die blaue große Reisetasche aus dem Keller geholt und spontan zwei Jogginghosen und die noch nie getragenen Doc Martin Boots eingepackt, besser man hat als man hätte.

    Der Morgen begann eher normal, nur das nachdem Tilda an der Schule abgesetzt war es diesmal gleich mit Steffen direkt zum Bahnhof und von dort mit S-Bahn und Flughafenexpress zum Berlin-Brandenburg International, oder wie er jetzt heißt BER Airport, ging.

    Mit ausreichend zeitlichen Puffer, man hatte vor ein paar Tagen die Abfertigungssoftware gehackt, kamen wir dort an um uns in die Länge Schlange am BA Counter einzureihen um unser Gepäck loszuwerden. Spätestens als unsere Labels händisch mit Kugelschreiber ausgefüllt wurden, hätten wir misstrauisch werden müssen aber egal, Gepäck war aufgegeben und wir stolzierten durch die Security zum Gate. Mit gut 15min. Verspätung hob BA 982 Richtung London ab. Okay es waren nur 55min. Umsteigezeit in LHR vorgesehen, aber im gleichen Terminal sollte das ja kein zu großes Problem sein, dachten wir.

    Nach einer Ehrenrunde über Londons Eastend setzte der Vogel pünktlich auf und wir machten uns auf den Weg zum Anschlussgate, wo ja Marcel schon auf uns wartete.  „Follow the purple signs“ war die Anweisung für alle Transfer Passagiere. Also los, immer der lila Linie nach. Nach einigen hundert Metern wurde unser Marsch abrupt gestoppt, als wir links zum Gate A19 abbiegen wollten. „Sorry, you are too late. Please proceed to the ticket counter to rearrange something.“ Waaas, nicht ihr Ernst. Es waren noch 45min. bis zum Anschluss. Ich begann also wild zu diskutieren und konnte in einem Moment, wo einige andere Transfer Passagiere durchgelassen wurden mit Steffen mitrennen. Was wir da noch nicht wussten, alle Umsteiger müssen in Heathrow nochmal komplett durch Pass- und Security laufen und das dauerte und dauerte und dauerte. Marcel rief inzwischen schon aufgeregt an, weil bei ihm am Gate war schon „Last call“. Rennend erreichten wir ihn und das Gate, was tatsächlich hinter uns geschlossen wurde.

    Erleichtert und frohen Mutes hohen wir Richtung Inverness ab, wo wir gut eine Stunde später bei schönstem Wetter landeten. Jetzt erinnerte ich mich wieder an diesen kleinen Flughafen hier im Norden, wo wir beim letzten Trip mit easyJet ankamen. Was leider nicht ankam, war Steffens Koffer. Ein Wunder, dass es meine große Reisetasche gepackt hatte, vom silbernen Rimowa fehlte aber jede Spur, genauso wie von gefühlt 30 weiteren Fluggästen, die genauso verdutzt schauten wie er. Während ich mich um den Mietwagen kümmerte., füllten die Beiden einige Formulare aus und mit gut einer Stunde Verspätung machten wir uns auf den Weg in unser Haus im Nirgendwo.

    Ich hatte einen Shopping Stop im Lidl Dingwall empfohlen, da es in der Nähe unserer Unterkunft schlicht nicht wirklich eine gute Versorgung gibt. Vollgepackt und Marcels VISA um 200 Pfund ärmer, fuhr ich den Toyota in gut 2 Stunden ans Ziel. Zwischenstopps machten wir keine mehr, ankommen war die Devise.

    Tatsächlich, das Cottage war zwar nicht das prächtigste am Ort, aber es hatte Charme und vor allem eine neu installierte Zentralheizung mit Wärmepumpe. Ja, die musste erst in Betrieb genommen werden, aber Recht schnell wechselte die Zimmertemperatur von anfänglich frostigen 10 Grad auf wohlige 21.

    Nachdem die Einkäufe verstaut und noch ein paar Betten gebaut waren, fielen wir in unseren wohlverdienten Schlaf (Steffen in den Klamotten die er schon den ganzen Tag an hatte).